Round the World in 210 days      ---      Haide und Pet auf Weltreise

   
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"On the road"

12.10.2000

Unsere angenehme Zeit im wohltemperierten Sydney ist seit geraumer Zeit zu Ende. Wir sind mit unserem Bushcamper ( 2,4 l Maschine, 4WD ) im Northern Territory unterwegs. Das Linksfahren habe ich mittlerweile total im Griff. Ich muss sagen, die Straßen hier sind recht gut ausgebaut und verlaufen bisweilen von Horizont zu Horizont durch trockenes Bushland. ( S. Bild - Haide wirkt wie ein Zwerg neben dem Termitenturm)

Bei meinem letzten Anruf erfuhr ich, dass M. Schumacher gerade Weltmeister geworden war, und das beflügelte mich geradezu, einmal einen sportlichen Akzent in unser seichtes "cruising" zu bringen: "offroading war angesagt"!! Da sollte es eine 70 km-lange Anfahrt zu den Jim Jim Falls im Kakadu NTL Park geben.

Natürlich musste ich viel Überzeugungsarbeit bei Haide leisten ( z.B.: 37 Jahre Erfahrung, schumacher-ähnliche Motorbeherrschung, unerschütterliches Selbstvertrauen), um sie als Beifahrerin  auf der "outback rallye" zu gewinnen.Also ging es los. Die ersten 40 km noch eine ganz ordentliche Schotterstraße - aber dann war es zu Ende: eine noch erkennbare einzelne Fahrspur führte in den sandigen, steinigen Busch. "  Pet ..... vielleicht hätten wir doch nicht ....?  - "Schweig , Weib! Wo bleibt der Pioniergeist?" So mahlten wir uns weiter auf gewundenen, tiefen Sandwegen durch den Busch, teilweise liefen sog. " floodbarriers" quer durch die Piste. 

So ging es dann etwa 12 km lang im 2. Gang mit viel Geschaukel, Auf und Nieder dem Ziel , den Jim Jim Falls , entgegen. Ich glaube, hinten im Auto lag nichts mehr auf dem alten Platz. Nach etwa eineinhalb Stunden waren wir am Ziel - fast! Es waren noch etwa 2 km über Geröll und Felsen zu klettern, um zum "Plunge pool " des Wasserfalles zu kommen - und das bei 45 Grad - nunmehr ohne air conditioning - aber wir (ich) hatten es ja gewollt. So erreichten wir nach einer weiteren Stunde den Plunge Pool.Der Fall selbst war ohne Wasser - aber was für ein Anblick: vor uns lag ein riesiger Felskessel, mit steil aufragenden Wänden, etwa 120 m hoch - in allen möglichen Quarz- und Sandsteinfarben glühend; die Wasserfläche blau und glatt und sooo einladend. Wir konnten nicht schnell genug hineinkommen und wollten gar nicht wieder raus. Wir hatten einen dritten Mitschwimmer: einen " mountain monitor" - eine ca. 80 cm lange Echse. 

Aber alles hat ein Ende: es wartete der Abstieg zum Auto und dann natürlich die Wüstenrallye. Nun, da Haide wusste, dass Fahrer und Auto Spitzenklasse waren, hatte sie schon fast Spaß bei  der Sache. Sie war sogar bereit, mit der VideoCamera voraus durch den knietiefen Creek zu waten, um dann die Durchfahrt zu dokumentieren. Ich muss sagen, es war schon ein tolles Erlebnis - diese Auseinandersetzung zwischen Mensch, Maschine und Natur. Ich fühlte mich mindestens so gut wie Schumi nach seinem Sieg. Bald geben wir nun den Bushcamper in Darwin ab und fliegen ins heiße Herz Australiens: nach Alice Springs. Dort wartet dann wieder ein Bushcamper auf uns und dann heißt es wieder:"... on the road again ..."

Pet

 

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