Unsere angenehme Zeit im
wohltemperierten Sydney ist seit geraumer Zeit zu
Ende. Wir sind mit unserem Bushcamper ( 2,4 l
Maschine, 4WD ) im Northern Territory unterwegs.
Das Linksfahren habe ich mittlerweile total im
Griff. Ich muss sagen, die Straßen hier sind
recht gut ausgebaut und verlaufen bisweilen von
Horizont zu Horizont durch trockenes Bushland. (
S. Bild - Haide wirkt wie ein Zwerg neben dem
Termitenturm)
Bei meinem letzten Anruf erfuhr
ich, dass M. Schumacher gerade Weltmeister
geworden war, und das beflügelte mich geradezu,
einmal einen sportlichen Akzent in unser seichtes
"cruising" zu bringen: "offroading
war angesagt"!! Da sollte es eine 70
km-lange Anfahrt zu den Jim Jim Falls im
Kakadu NTL Park geben.
Natürlich musste ich viel
Überzeugungsarbeit bei Haide leisten ( z.B.: 37
Jahre Erfahrung, schumacher-ähnliche
Motorbeherrschung, unerschütterliches
Selbstvertrauen), um sie als Beifahrerin
auf der "outback rallye" zu
gewinnen.Also ging es los. Die ersten 40 km noch
eine ganz ordentliche Schotterstraße - aber dann
war es zu Ende: eine noch erkennbare einzelne
Fahrspur führte in den sandigen, steinigen
Busch. " Pet ..... vielleicht
hätten wir doch nicht ....? -
"Schweig , Weib! Wo bleibt der
Pioniergeist?" So mahlten wir uns
weiter auf gewundenen, tiefen Sandwegen durch den
Busch, teilweise liefen sog. " floodbarriers"
quer durch die Piste.
So ging es dann etwa 12 km lang
im 2. Gang mit viel Geschaukel, Auf und Nieder
dem Ziel , den Jim Jim Falls , entgegen. Ich
glaube, hinten im Auto lag nichts mehr auf dem
alten Platz. Nach etwa eineinhalb Stunden waren
wir am Ziel - fast! Es waren noch etwa 2 km über
Geröll und Felsen zu klettern, um zum "Plunge
pool " des Wasserfalles zu kommen - und
das bei 45 Grad - nunmehr ohne air
conditioning - aber wir (ich) hatten es ja
gewollt. So erreichten wir nach einer weiteren
Stunde den Plunge Pool.Der Fall selbst
war ohne Wasser - aber was für ein Anblick: vor
uns lag ein riesiger Felskessel, mit steil
aufragenden Wänden, etwa 120 m hoch - in allen
möglichen Quarz- und Sandsteinfarben glühend;
die Wasserfläche blau und glatt und sooo
einladend. Wir konnten nicht schnell genug
hineinkommen und wollten gar nicht wieder raus.
Wir hatten einen dritten Mitschwimmer: einen
" mountain monitor" - eine ca.
80 cm lange Echse.
Aber alles hat ein Ende: es
wartete der Abstieg zum Auto und dann natürlich
die Wüstenrallye. Nun, da Haide wusste, dass
Fahrer und Auto Spitzenklasse waren, hatte sie
schon fast Spaß bei der Sache. Sie war
sogar bereit, mit der VideoCamera voraus durch
den knietiefen Creek zu waten, um dann
die Durchfahrt zu dokumentieren. Ich muss sagen,
es war schon ein tolles Erlebnis - diese
Auseinandersetzung zwischen Mensch, Maschine und
Natur. Ich fühlte mich mindestens so gut wie
Schumi nach seinem Sieg. Bald geben wir nun den
Bushcamper in Darwin ab und fliegen ins heiße
Herz Australiens: nach Alice Springs.
Dort wartet dann wieder ein Bushcamper auf uns
und dann heißt es wieder:"... on the road
again ..."
Pet
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