Round the World in 210 days      ---      Haide und Pet auf Weltreise

   
  Startseite
   
  Nachbetrachtung
  09.02.01 Lake Tahoe
  09.02.01 Kalifornien
  08.02.01 Alcatraz
  13.01.01 Haie u. Fische
  13.01.01 Fiji - ein Traum
  18.12.00 Finest Walk
  17.12.00 ... gibt es nicht
  01.12.00 Waiting for ...
  01.12.00 Bye, bye
  15.11.00 Frazer Island
  10.11.00 Regenwald
  31.10.00 Tauchen
  20.10.00 Uluru
  12.10.00 On the road
  12.10.00 Kängurus
  30.09.00 Hallo da oben
  22.09.00 Down under
  09.09.00 Lost in Africa
  07.09.00 Real Africa
  27.08.00 Capetown
  Letzte Vorbereitungen
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   

"Kalifornien: Alte Freunde - neue Freunde"

09.02.2001

Nach fast fünf Monaten auf der südlichen Halbkugel mit ständigem Frühling oder Sommer, sollte es nun erstmals wieder auf einen Kontinent nördlich des Äquators gehen. Die vorletzte Station unserer Weltreise ist erreicht: Kalifornien. Wir haben zu diesem "Sunshine State" eine besondere Beziehung, denn bereits 1976 haben wir fünf Wochen hier verbracht, und schon damals haben unsere Freunde uns sehr unterstützt, indem sie uns Wohnung und Auto zur Verfügung stellten.

So flogen wir zunächst nach San Diego, um Lois und Ernest Sarneski wiederzusehen, die von San Raffael ( nördl. der Golden Gate ) nach San Diego übersiedelt sind, um in der Nähe ihrer Tochter zu wohnen.

Ernest ist ein ehemaliger Schüler meines Vaters, der im Alter von 19 Jahren in die U S A ausgewandert ist, sich beruflich etabliert hat und durch Heirat und Gründung einer Familie echter Amerikaner geworden ist. Bei Deutschlandbesuchen hat er stets seinen ehemaligen Lehrer besucht, und so lernte auch ich die Sarneskis kennen. Ernest leidet seit etwa 20 Jahren an einer Krankheit, die ähnliche Symptome wie  Multiple Sklerose aufweist, und seit etwa 10 Jahren hilft ihm eine Art elektrischer Rollstuhl,  sein Leben zu bewältigen. Bei diesem Besuch konnte Pet endlich seine aufgestaute Arbeitswut austoben, denn in dem neu bezogenen Haus gab es jede Menge zu tun. Auch haben wir im Garten einen Aprikosenbaum gepflanzt und gedenken, in einigen Jahren zur Aprikosenernte zurückzukehren.

Bei Sturm und Regen landeten wir am 10. Januar in San Franzisko - das erste Mal auf unserer Weltreise, dass uns eine Landung in Angst und Schrecken versetzte. Das Wetter erinnerte uns sehr an unsere Heimat, nicht aber an das sonnige Kalifornien unserer Erinnerung. Es ist Winter hier, mussten wir feststellen.

Dennoch, unsere Freundin Joanie hatte trotz unserer Verspätung am Flughafen ausgeharrt, und wir konnten statt ins Taxi in ihr Auto einsteigen. Auch Joanie hatten wir bereits 1976 besucht. Diese Freundschaft geht zurück bis in unsere frühe Studentenzeit in Freiburg. Im Wintersemester 1964/65 wohnten wir in einem Haus zusammen und auch im folgenden Sommersemester haben wir viel Spaß zusammen gehabt. Joanies anschließender Besuch in
Lüchow bei meinen Eltern, sowie  kontinuierliche Briefwechsel und gegenseitige Besuche haben die langjährige Freundschaft vertieft.

Auch unsere Söhne konnten davon profitieren. Marc hat vor 16 Jahren während eines Ferienaufenthaltes in San Raffael bei den Sarneskis für 20 Dollar seinen Führerschein gemacht; und Joanie fand nach zunächst aussichtslosem Bemühen -Gott sei Dank -die Familie McCreight in Los Altos (siehe Neuseeland ), die bereit war, Colin für ein Jahr (1986/87 ) bei sich aufzunehmen  -  der Beginn einer weiteren langjährigen Freundschaft.   Bleiben noch zu erwähnen unsere Heikendorfer Freunde, Traute und Dieter Kaiser, die kurz entschlossen von Deutschland rübergeflogen waren, um mit uns das Vergnügen zu teilen, am Lake Tahoe Ski zu laufen.

Auch dieses Unternehmen wäre sicher nicht zu finanzieren gewesen, wenn nicht Joanies Vater vor 25 Jahren ein wunderschönes Haus am Lake Tahoe erworben hätte, das er seinen Töchtern Joan und Linda  vor- , oder auch rechtzeitig vererbt hatte. Es ist direkt am See gelegen, hat zwei Etagen , drei Schlafzimmer, drei Bäder,  einen riesigen Wohnraum mit integrierter Küche, sowie zwei Terrassen - auf der unteren ein grosser Whirlpool im Freien. Wir haben uns natürlich an den Kosten beteiligt, aber als Freunde zu sehr  günstigen Konditionen.

Als wir Traute und Dieter vorschlugen, ihnen die Stanford University zu zeigen, fiel Traute ein, dass sie dort "jemanden" kennt, nur den Namen, aber nicht die Adresse eines bulgarischen Mädchens: Dyljana Dimova. Sie leidet seit ihrer Geburt an einer unheilbaren Knochenkrankheit ( Morbus Kniest). Im Rahmen ihrer Tätigkeit im Lion's Club hatte Traute Dyljana , die in Deutschland operiert worden war, bei sich aufgenommen. Sie wusste, dass Dylijana es geschafft hatte, ein Stipendium für Stanford zu bekommen, wusste aber keine Einzelheiten. Die Student Union half uns. Dyljana war tatsächlich in Stanford immatrikuliert und ein Besuchstermin wurde verabredet. Ein ergreifendes Zusammentreffen für Traute und Dyljana. Keine von beiden wusste damals, ob sie sich je wiedersehen würden, aber dass es ausgerechnet auf dem Campus von Stanford sein würde, hätte niemand für möglich gehalten.

Drei Essengutscheine für Besucher, die Dyljana pro Semester zustanden, bescherten uns allen ein unglaublich üppiges Essen - draußen im Freien,  denn es war wieder einmal Sommer im Winter von Kalifornien. Ich muss sagen, auch bezüglich des Essens eine Eliteuniversität. (Doch wie heisst es gleich? .. Plenus venter non studet libenter ......   muss ja nicht immer stimmen )

Am nächsten Tag holten wir Dyljana ab, um sie mit nach San Franzisko und nach Alcatraz zu nehmen. Sie war besorgt, ob sie ein Problem für uns sein würde, und wie sie die Stapazen mit ihrer Gehbehinderung bewältigen würde.. Aber es gab kein Problem, denn ihr Wille, all das zu sehen und zu erleben, was sie aus Büchern längst kennt, hat sie tapfer jede Schwierigkeit meistern lassen.We will keep in contact.

Die letzte Woche in der Bay Area gab uns noch die Möglichkeit, den einen oder anderen Bekannten zu besuchen, deren Adressen wir mit um die Welt getragen hatten. So suchten wir Hilbert Werner und seine Frau in San Lorenzo auf der anderen Seite der Bay auf. Hilbert ist ein ehemaliger Schüler von Pets Vater, der die Realschule Schönberg besucht hatte und ebenfalls früh nach Amerika ausgewandert war. Auch er hat sich beruflich etabliert und sich durch Heirat und Gründung einer Familie ganz für Amerika entschieden.

Nun wollen wir noch Brian Veit und seine Familie in San Franzisko besuchen. Er hat ein Jahr bei den Röpers in Heikendorf gewohnt, nachdem Anne Oatley (Röper) (siehe "Waiting for the Baby ) ein Jahr als Austauschstudentin bei Brians Eltern Irene und Walter Veit gewohnt hatte.. Wir haben Brian damals kennengelernt, sind in Krimml zusammen Ski gelaufen und Colin ist nach dem Abitur mit Brian durch die U S A  getourt. Mittlerweile sind wir auch mit Irene und Walter Veit  gut befreundet, und wir haben uns entschieden , noch einen Inlandflug einzuschieben und werden sie in der nächsten Woche in Orlando besuchen. Das soll dann die letzte Station auf unserer Weltreise sein. 

Haide

 

© 2000 · Nordwelt digital · Heikendorf